Mit Bioenergetik Vitalität gewinnen.


Bioenergetik ist ein anderes Wort für Lebensenergie. Dabei geht es um Lebendigkeit, Lebensfluss und Vitalität und darum zu bemerken, wo diese in unserem Leben fehlt. Wo man z.B. gehemmt oder frustriert ist, dort fließt die Lebensenergie nicht oder nicht mehr. Man wird manchmal auch dazu erzogen, Gefühle kaum oder gar nicht zu zeigen. Aus Angst andere zu enttäuschen oder zu verletzen, sagt man nicht, was man wirklich denkt und fühlt. Man spielt anderen etwas vor und hält sein wahres Inneres zurück. Dieses Zurückhalten findet nicht nur im Denken und im Unterdrücken der Gefühle statt, sondern auch in den Muskeln und in der Körperhaltung.

Wenn jemand z.B. Angst hat, so atmet er flacher, spannt die Schultern an und zieht die Brust zusammen. Wiederholt er dieses Zurückhalten immer wieder, so gräbt dieses Verhalten sich immer stärker in sein Unbewusstes ein und irgendwann macht er das dann ganz automatisch. Diese Handlungen sind ihm dann aber nicht mehr bewusst.

Man kennt das vielleicht vom Autofahren. Anfangs muss man sehr aufpassen und es ist schwierig gleichzeitig zu schauen und zu blinken und zu lenken und Gas- oder Kuppel- und Bremspedal zu bedienen. Und dann macht man das eine gewisse Zeit und irgendwann läuft das alles ganz automatisch. Genauso funktioniert das, wenn man immer wieder seine Gefühle und Gedanken verdrängt und wegschiebt. Irgendwann tut man das ganz automatisch ohne darüber nachzudenken. Man wiederholt die eingeübte Verhaltensweise. Aus einer spontanen Anspannung wird dann leicht eine anhaltende Verspannung, die bis zur völligen Versteifung führen kann. Diese Unbeweglichkeit ist dann sowohl in der Körperhaltung- und Körperbeweglichkeit als auch in der Beweglichkeit im Denken und Fühlen zu finden. Manche Menschen leiden z.B. unter ewig kreisenden Gedanken. Oder sie grübeln und grübeln und grübeln z.B. darüber warum sie sich in bestimmten Situationen immer wieder so und nicht anders verhalten und finden keine Antworten und vor allem keine Möglichkeit zur Veränderung. Sie fühlen sich wie festgefahren.

Diese eingefahrenen Automatismen sind oft vor langer Zeit entstanden, ganz oft auch in der Kindheit. Heute sind viele dieser Muster nicht mehr nötig und manche sogar extrem schädlich. Manche engen den Handlungsspielraum ein und verhindern ein situationsgerechtes Verhalten. Diese Handlungen laufen aber nicht bewusst gewollt, sondern automatisch ab. Das heißt, es ist einem nicht bewusst, was man da tut und warum man das tut. Da man sie unbewusst ausführt, sind diese alten Automatismen allein über Nachdenken auch nicht mehr zu erreichen.

All die Lebenserfahrungen sind jedoch im Körper gespeichert, und darüber kann man auch wieder Zugang zu diesen Mustern gewinnen. Über Bewegungs-, Atem- und Spürübungen werden diese alten Muster mobilisiert. Während diesen Übungen nimmt man wahr, was man fühlt und denkt und welche Erinnerungen in einem aufsteigen. So werden die Automatismen zunehmend bewusster und dadurch auch veränderbar. Man spürt sich wieder mehr, lebt bewusster und kann sein individuelles Wesen zum Ausdruck bringen. Das Leben erhält seine ursprüngliche Lebendigkeit und seinen natürlichen Fluss zurück oder entdeckt ganz neue Formen der Lebendigkeit, des Verhaltens und des Seins.

Kontakt: Karin Robl, München Email Karin.Robl@forum-leben.de